Armestheater

Stücke

Geschichten, die bewegen

Das Repertoire des Armes Theater e.V. ist so bunt und widersprüchlich wie das Leben selbst – und das ist genau gewollt. Unter der künstlerischen Leitung von Liane Günther entstanden Stücke, die nicht glattgebügelt sind, sondern ehrlich: für Kinder, die mehr verstehen, als man ihnen zutraut, für Jugendliche, die nach ihrer Stimme suchen, und für Erwachsene, die das Theater nicht als Hochkultur, sondern als Ort der Begegnung erleben wollen.

Kinder- und Jugendstücke

Junge Zuschauer standen im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit des Vereins. Die Produktionen für Kinder arbeiteten mit Bildsprache, Körper und Musik – zugänglich für alle, auch für die Kleinsten. Hier wurde nicht erklärt, sondern erlebt.

Für Jugendliche entstanden Stücke, die gesellschaftliche Fragen nicht umgehen: Was heißt Zugehörigkeit? Wie klingt Gerechtigkeit? Warum ist Schweigen manchmal lauter als Worte? Diese Produktionen hatten oft einen dokumentarischen oder partizipativen Charakter und luden zur Auseinandersetzung ein.

Inklusives Theater

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf inklusiven Formaten, in denen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf der Bühne standen – nicht als Statement, sondern als Selbstverständlichkeit. Diese Arbeit war eingebettet in ein europäisches Netzwerk: Das Armes Theater e.V. kooperierte mit renommierten Ensembles wie Theater Thikwa und Theater RambaZamba, zwei Berliner Pioniere des inklusiven Theaters, die seit den frühen 1990er-Jahren zeigen, wie gemeinsames künstlerisches Arbeiten gelingt.

Aus diesen Verbindungen entstanden Gastspiele, gemeinsame Probenräume und Projekte, die über Chemnitz hinaus Wirkung hatten.

Europäische Projekte

Als Teil der freien Theaterszene in Sachsen beteiligte sich der Verein an geförderten europäischen Kulturprojekten. Diese Zusammenarbeiten brachten neue Impulse in die Schönherrstraße 8: Regisseure und Ensemblemitglieder aus verschiedenen Ländern, unterschiedliche Theatertraditionen, neue Formate. Das Ergebnis war nie ein fertiges Exportprodukt, sondern immer ein echtes Miteinander.

Spielorte und Formate

Die Stücke fanden nicht nur im eigenen Haus statt. Mobile Produktionen ermöglichten Aufführungen in Schulen, Sozialeinrichtungen und öffentlichen Räumen – überall dort, wo Theater normalerweise nicht hinkommt. Denn das war der Anspruch: Theater zu den Menschen bringen, nicht umgekehrt.

Wer die Vielfalt freier Theaterhäuser in Sachsen erkunden möchte, findet auf den Seiten des Landesverbands Freie Theater Sachsen einen guten Überblick über die Off-Theaterszene der Region.